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Bücher lesen für Fortgeschrittene

Bücher lesen für Fortgeschrittene (Foto: Person hält ein Buch mit dem Titel »101 essays that will change the way you think« in den Händen)

Kurzfassung: Bücher einfach nur schnell zu lesen, ist oft reine Zeitverschwendung. Arbeite stattdessen mit dem Buch: Markiere wichtige Passagen und Stichwörter, schreibe deine eigenen Gedanken auf die Ränder und das Wichtigste: Erstell am Ende eine kurzes Exzerpt und speichere es in einem digitalen Notizbuch. Auf diese Weise bleibt dir das Wissen des Buches langfristig erhalten.

Bücher allein sind vielleicht nicht der Schlüssel zum Erfolg, aber sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass der Schlüssel ins Türschloss passt.

Gerade in Zeiten, in denen immer weniger Menschen Bücher lesen (wo sollen wir bei all den Artikeln im Netz auch noch die Zeit hernehmen?) wird es immer wichtiger, gegen den Strom zu schwimmen. Denn der Wettbewerbsvorteil durch überlegenes Wissen wird dadurch nur größer.

Es kommt aber auch darauf an, wie du liest. Abends im Bett oder mit dem Kopfhörer auf dem Laufband sind keine guten Zeitpunkte, um ein Buch zu lesen, wenn es sich nicht um Trivialliteratur handelt.

Wesentliche Bücher hingegen brauchen einen wesentlichen Teil deiner Aufmerksamkeit.

Hörbücher sind dafür meistens nicht geeignet, weil man während des Hörens selten in der Lage ist, Notizen zu machen. Unterstreichen kann man auch nichts. Und genau das spricht auch gegen das Lesen im Bett: Man ist selten motiviert genug, zwischen Kissen und Decke noch einen Stift in die Hand zu nehmen.

Für das aktive Lesen brauchst du keine SQ3R-Methode, bloß ein System, das für dich funktioniert.

1. Bücher sind zum Markieren da

Das Beste, was du einem Buch antun kannst, ist es unverleihbar zu machen. Es gehört dir, also unterstreich wichtige Passagen, kringele relevante Wörter ein. Kugelschreiber, Bleistift (für Sicherheitsfanatiker) oder Highlighter sind allesamt geeignet, aus einem Buch dein Buch zu machen.

Digitale Bücher kannst du direkt auf dem Kindle markieren. Das schränkt zwar ein bisschen die Art und Weise ein, wie du markierst, ist aber sehr viel besser als darauf zu verzichten.

Denn ein Buch verlangt, dass du dich damit auseinandersetzt. Es hat keinen Sinn, die Seiten nur zu überfliegen und in Gedanken an einem anderen Ort zu sein. Das, was du behältst, ist nur von kurzer Dauer.

Das Markieren sorgt dafür, dass du das Buch aktiv liest und nicht in Gedanken abschweifst. Und dass du später, solltest du es noch einmal zur Hand nehmen, die wichtigen Inhalte schneller findest. So als würdest du auf einer Landkarte ein dickes X markieren, wo der Schatz vergraben liegt.

2. Diskutiere mit dem Autor, ohne ihn zu kennen

Zumindest Bücher aus Papier bieten neben dem holzigen Duft noch einen weiteren Vorteil: Sie haben Ränder.

Dort kannst du nicht nur allgemein Gedanken notieren, sondern dich kritisch mit dem Buch auseinandersetzen. Was nimmst du dem Autor nicht ab? Was verstehst du nicht? Bei welcher Aussage bist du dir noch nicht sicher, was du davon halten sollst?

Schreib deine Argumente und Zweifel direkt dorthin, wo der Autor seine Aussage tätigt. Das geht zwar auch digital, hier lohnt sich aber der zusätzliche Aufwand oft nicht. Es gilt also, abzuwägen.

Zum einen zwingt dich das, dich kritischer mit dem Werk auseinanderzusetzen als bloß zu akzeptieren, was du vorgesetzt bekommst. Zum anderen hast du später vielleicht Antworten auf diese Fragen, die du anderenfalls längst vergessen hättest.

3. Mach etwas draus

Ja, ein Buch zu beenden und ins Regal zu stellen hat etwas. Je umfangreicher und anstrengender es war, desto größer ist die Genugtuung.

Aber die Arbeit am Buch fängt jetzt eigentlich erst an. Deshalb warte noch einen Moment, bevor du es wegstellst.

Du hast so viel Zeit investiert, die wichtigen Stellen des Buches zu markieren und deine eigenen Gedanken zu notieren. Warum soll das alles umsonst gewesen sein?

Übertrage die wichtigsten Aussagen und Gedanken in ein Notizbuch, idealerweise ein digitales. DevonThink, Apples Notes, Evernote oder was auch immer du ohnehin schon verwendest – praktisch jede Notiz-App ist geeignet, um in ihr Buchexzerpte anzulegen.

Es hilft übrigens, für jedes Thema oder jeden Sinnabschnitt eine einzelne Notiz anzulegen. So findest du später, auch über die Suchfunktion, die passenden Inhalte sehr viel schneller – und blendest den Rest aus.

Lies effizient

Mach den Aufwand, den du in ein Buch steckst, abhängig vom Buch selbst. Ein Roman verlangt genauso wenig Notizen wie ein oberflächliches Self-Help-Buch, das bloß motivieren soll.

Aber Sachbücher, insbesondere Business- und Fachbücher, sollten etwas mehr von deiner Aufmerksamkeit bekommen.

Indem du markierst, notierst und am Ende daraus eine kurze Zusammenfassung erstellst, investierst du zwar mehr Zeit in das Buch, du erhöhst aber auch den Nutzen des Lesens exponentiell.

Ein Buch einfach nur wegzulesen kostet Zeit, die du dir vermutlich hättest sparen können. Man nimmt dabei doch nur sehr wenige Informationen mit, die man weit überwiegend dann auch noch vergisst.

Gerade für Knowledge Worker ist es zudem essentiell, eine Datenbank mit seinem gesammelten Wissen zu haben. Du kannst dann jederzeit für deine eigenen Bücher, Beiträge, Vorträge oder Präsentationen darauf zurückgreifen. Oder wann immer es dein Job erfordert.

Lies mehr, aber lies vor allem effizient.

In diesem Beitrag werden Werke der folgenden Urheber verwendet:

  • unsplash.com / @thoughtcatalog
Alexander Hetzel

Alexander Hetzel hat THEEEQ gegründet, weil er immer noch nach dem effizientesten Weg sucht, um dutzende Zimmerpflanzen am Leben zu erhalten. In der Nacht kämpft er gegen Spinnweben und leitet Gladspring, eine Strategieberatung für exklusive Marken.

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